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Gerade jetzt: Das Leben feiern!

Der Auferstandene will uns Hoffnung sein und Motivation, nicht aufzugeben sondern dran zu bleiben, denn er hat uns versprochen, „mit uns zu sein alle Tage bis ans Ende der Welt“ (Mt 28,20)



Liebe Freundinnen und Freunde des Bildungshauses St. Hippolyt!

In diesen Wochen bangen Menschen um ihre Gesundheit, manche um ihr Leben. Ich wünsche allen, dass sie möglichst gut aufgehoben sind. Hoffentlich geht es Ihnen und Ihren Lieben gut, wenn Sie diese Zeilen lesen.

Es leben manche Paare, Freundinnen und Freunde, sogar Familien zwangsweise in einer Fernbeziehung. Uns geht es genauso: Auch zu Ihnen ist uns derzeit kein Weg direkt erlaubt, nur die elektronische Post lässt uns die Verbindung aufrecht erhalten. Das ist mehr als ungewöhnlich, liegt doch die Philosophie und das Herz unserer Arbeit bei der persönlichen Begegnung der Menschen im Miteinander unter einem Dach. Für diese Art von Erwachsenenbildung und Pastoral stehen wir als kirchliches Bildungshaus. 

Doch die Stimmung in den Straßen dieser Tage erinnert mich an eine ewige Wiederholung des Karsamstags. Die Grabesruhe als Bild mag auch zu dem passen, was manche Menschen jetzt empfinden – sofern sie nicht z.B. in Gesundheitsberufen oder Supermärkten tätig und dort äußerst gefordert sind. 

Was kommt danach? Und WANN kommt dieses „Danach“? Sehnsucht nach dem früheren Normalzustand macht sich breit. Aber war das wirklich „normal“, wie wir vor dieser Ausnahmezeit gelebt haben? Eine Frage, an der ich nicht vorbei kann in dieser säkularen Fastenzeit. 

„Warum um alles in der Welt, sollten wir hoffen? Die Welt gibt uns keinen Anlass für diese Haltung. Doch Hoffnung ist keine Frage des Abschätzens von Wahrscheinlichkeiten. Man hat immer die Wahl: Auf welche Bilder soll ich mich konzentrieren? Mit welchen Gedanken soll ich mich in meinem Inneren beschäftigen?

Wenn wir wertvolle gesellschaftliche Ziele anstreben sollen, dann müssen wir uns dazu motivieren, sie zu verfolgen – und das heißt, uns die Hoffnung zu eigen zu machen.“ 

(Martha C. Nussbaum, Königreich der Angst. Gedanken zur aktuellen politischen Krise, Darmstadt 2019)

Christliches Fasten in den Frühling hinein ist niemals Selbstzweck, sondern eine Zeit mit einem klaren Ereignis als Ziel: Ostern. Die Reduktion ermöglicht mir, etwas Wichtiges in den Blick zu bekommen - unverstellt und klar. Die Reduktion dieser Tage birgt für mich genau diese Chance, dass wir uns auf „Bilder konzentrieren und mit Gedanken im Inneren beschäftigen“. 

Ein ganz starkes Bild ist der Auferstandene, der mir am Ostersonntag vor Augen steht. Mit ihm steht das Leben da, das mitten in der Grabesruhe aufbricht, wächst und blüht. Er will uns Hoffnung sein und Motivation, nicht aufzugeben sondern dran zu bleiben „an den wertvollen gesellschaftlichen Zielen“, die unsere Welt zum Guten verwandeln können. Eine begründete Hoffnung bietet er, denn dieser Auferstandene hat uns versprochen, „mit uns zu sein alle Tage bis ans Ende der Welt“ (Mt 28,20).

Ich wünsche von Herzen, dass diese Hoffnung mit dem Osterfest in uns lebendig wird!

Erich Wagner-Walser, Direktor, und das gesamte Team des Bildungshauses St. Hippolyt

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