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Ausstellung von Prof. Herfert eröffnet

DI Wolfgang Pfoser bei seiner Einführung vor den zahlreichen BesucherInnen im Foyer

Die Veranstalter mit Ehrengästen vor einem 1:1 Glasfensterentwurf der Kirche St. Pölten - Maria Lourdes

Großes Interesse fand die Eröffnung am 14. Jänner. Die Ausstellung ist noch bis 10. April zu sehen.


Videoeindruck von der Ausstellung auf P3TV


Religiöse Werke aus dem Nachlass des niederösterreichischen Sakralkünstlers Prof. Robert Herfert (1926-2011) sind jetzt im Bildungshaus St. Hippolyt der Diözese St. Pölten zu sehen.
Bei der Ausstellungseröffnung sagte Festredner Wolfgang Pfoser, der langjährige Bauamtsdirektor der Diözese St. Pölten und guter Kenner des Künstlers: „Es gibt kaum einen Kirchenneubau nach dem Zweiten Weltkrieg, der nicht die Handschrift von Prof. Robert Herfert trägt. Das riesige Bauprogramm in der Diözese St. Pölten war ohne ihn nicht denkbar.“

Der aus St. Pölten stammende Maler und Bildhauer prägte mit seiner Kunst u.a. mehr als drei Dutzend Kirchenräume in der Diözese St. Pölten, darunter die Pfarrkirchen Stephanshart, Bad Traunstein, Amstetten-St. Marien, Persenbeug, Tiefental bei Tulln, Vestenthal, Langenhart, St. Pölten-Maria Lourdes, St. Pölten-St. Johannes Kapistran oder die Erweiterung von Wieselburg. In diesem Bereich war er von 1957 bis 1987 tätig. Viele Spitäler, Pensionistenheime, Aufbahrungshallen, Feuerwehrgebäude, Schulen, Kindergärten, Brunnenanlagen, andere öffentlichen Gebäude und 39 Kapellen gestaltete er ebenso mit. Eine Vielzahl von Sgraffiti, Mosaiken, Keramiken, Glasfenstern und Plastiken finden sich an öffentlichen und privaten Gebäuden. Pfoser würdigte Herfert: „Sein Wirken hatte mehrere Phasen. Am Schluss war ihm eine tiefsinnige symbolische und zeitgemäße Sprache wichtig. Er verstand Kunst als Überbringer von Botschaften und wollte auch theologische Zugänge für Nichtkenner erschließen.“ Die schrecklichen Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs als Soldat hätten ihn tief geprägt, was er auch eindrucksvoll künstlerisch verarbeitete. Herfert habe viel mit einfachen Materialien wie Metall, Beton und Glas gearbeitet und experimentiert. Beeindruckend seien die farbstarken Werke, so Pfoser. Herfert hatte nach dem Zweiten Weltkrieg an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei den Malern Robin Christian Andersen (1890-1969) und Herbert Böckl (1894-1966) studiert. Danach arbeitete er ab 1955 als freischaffender Künstler.

Heuer wäre der vor fünf Jahren verstorbene Herfert 90 Jahre alt geworden. Bei der Ausstellungseröffnung waren zahlreiche Vertreter der Diözese St. Pölten anwesend, darunter Generalvikar Eduard Gruber und Bischofsvikar Franz Schrittwieser. Auch die Kinder Herferts kamen, sein Sohn Andreas führt das Werk des Vaters weiter.
Die Ausstellung unter dem Titel "Glaube - Kunst -Können" im Bildungshaus St. Hippolyt (St. Pölten, Eybnerstraße 5) ist bis 10. April geöffnet.

[t+f: Wolfgang Zarl]

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