Jedes Jahr im Juli geschieht ein kleines Wunder: Das Bildungshaus St. Hippolyt verwandelt sich in ein klingendes Konservatorium. Aus allen Räumen, Sälen, Fluren und sogar den Treppenhäusern ertönen Gesang, Klavierklänge, Skalen und wunderschöne Rouladen – von frühmorgens bis spätabends. Zehn Tage lang.
Die Jubiläumsausgabe der Internationalen Chorakademie Krems 2025 – die heuer zum 50. Mal stattfand – war besonders festlich und inspirierend. Musikalisch lag der Akzent auf Schubert: Im großen Plenum probten alle 130 Teilnehmer:innen – aus Frankreich, Deutschland, der Slowakei, Japan, der Ukraine und natürlich Österreich – drei bedeutende Messen von Franz Schubert: die Messe in B-Dur (D 324), die Messe in G-Dur (D 167) und – als krönenden Abschluss – die monumentale Messe Nr. 6 in Es-Dur (D 950). Ergänzt wurde das Programm durch Mendelssohns berührenden Psalm 42 „Wie der Hirsch schreit“.
Zwei festliche Gottesdienste – im Stift Herzogenburg und im Dom zu St. Pölten – sowie das große Abschlusskonzert in der Stadtpfarrkirche St. Veit in Krems bildeten die musikalischen Höhepunkte der diesjährigen Akademie.
Dass ein Chor in nur einer Woche solch anspruchsvolle Werke zur Aufführung bringt, ist außergewöhnlich – möglich wurde das durch die künstlerische Leitung von Maestro Erwin Ortner, Gründer und unermüdlicher Leiter der ICAK. Seine Präzision, Erfahrung und ruhige Autorität prägen das musikalische Niveau der Akademie seit Jahrzehnten.
Doch der Erfolg ist ebenso der Hingabe und Begeisterung der Teilnehmer:innen zu verdanken: Jeden Morgen begann das Plenum mit Elan – und an fast jedem Abend folgte eine weitere intensive gemeinsame Probe. Tagsüber wurde das Plenum in vier kleinere Studiochöre aufgeteilt. Dort wurden kleinere Werke erarbeitet und in öffentlichen Konzerten – unter anderem im Hippolythaus und im Stift Herzogenburg – präsentiert.
Chorleitung, Komposition, Gehörbildung und individuelle Stimmbildung rundeten das musikalische Programm ab. Jede:r Teilnehmer:in wurde individuell betreut – mit spürbarem Fortschritt in Stimme, Ausdruck und musikalischem Selbstverständnis.
Dafür stand ein hochkarätiges Dozent:innenteam zur Verfügung:
Manuel Schuen, Josef Habringer, Stefan Foidl, Juan Sebastian Acosta, Ursula Langmayr, Martina Hübner, Thomas Künne, Gerd Kenda, Florian und Jelena Widmann, Michael Nowak sowie Wolfram Wagner begleiteten die Sänger:innen mit großem Engagement und fachlicher Tiefe.
Auch das Freizeitprogramm kam nicht zu kurz: Ein unvergessliches Highlight war der Karaoke-Abend mit Jazzpianist, Komponist und Chorleiter Stefan Foidl. Ebenso eindrucksvoll war der Analyseabend mit dem Komponisten und Musiktheoretiker Wolfram Wagner, der die Es-Dur-Messe von Schubert mit brillanter Klarheit und Tiefe erschloss.
Es waren intensive Tage voller Gesang, konzentrierter Arbeit und inspirierender Begegnungen. Am Ende klang die Müdigkeit in Freude aus – und sowohl die Teilnehmer:innen als auch das Referententeam der ICAK waren erfüllt, glücklich und stolz. Und voller Vorfreude auf das nächste Mal.
Das Bildungshaus St. Hippolyt freut sich schon jetzt auf die Akademie 2026!
