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was zu tun ist ... Maria Magdalena

Liebe Freundinnen und Freunde des Bildungshauses St. Hippolyt!

Diese Zeilen schreibe ich am 22.07.22, dem Fest der „Apostelin für die Apostel“ Maria Magdalena. Ihr Ehrentitel wurde ihr schon im dritten Jahrhundert zuerkannt, wobei als Quelle immer wieder auf Hippolyt von Rom verwiesen wird, unserem Namenspatron. Er hat die Evangelien genau studiert und ist zum Ursprung der Frohen Botschaft vorgedrungen. Seine Erkenntnisse: Der auferstandene Herr ist zuerst den Frauen am Grab erschienen, danach dem Petrus und den anderen Aposteln. Die Tradition, dass Maria Magdalena eine Sünderin oder gar eine Prostituierte gewesen sein soll, dürfte erst Papst Gregor I. im Jahre 591 n. Chr. begründet haben. Was hat die spätere Ideologie in der Kirchengeschichte aus ihr gemacht? Sie wurde eine Hure und Petrus der erste und wichtigste Zeuge der Auferstehung.

Warum erzähle ich Ihnen das alles?
Wir leben in einer Zeit, in der Fake News gang und gäbe sind. Für viele ist es nicht mehr möglich, objektive Fakten zu identifizieren. Dadurch sind sie auf Influencer angewiesen und kreisen im ständigen Austausch der ewig gleichen Meinungen in ihrer sozialen Blase.
Die Bildungshäuser wurden deshalb gegründet, damit Erwachsenenbildung in Rückbindung an wissenschaftliche Erkenntnisse die Menschen zur Lebensbewältigung und zum friedlichen Zusammenleben befähigen kann.
Diesem Auftrag sind wir in aller Offenheit verpflichtet. Unser neues Programmheft für das kommende Semester bildet diesen ganzheitlichen Ansatz wunderbar ab. Ich lade Sie herzlich ein zu gustieren und in unserem Haus zu Gast zu sein.
 
Doch zurück zu Maria Magdalena: Wie herausragend ist sie wirklich? Nun, sie und die anderen Frauen halten auch noch nach dem Tod Jesu die Hoffnung lebendig, die dem Glauben entspringt. Die Liebe zu Jesus treibt sie nach der ultimativen Katastrophe des Kreuzes schon in der Frühe zum Grab, während von den Herren Aposteln weit und breit nichts zu sehen ist.
Das ist eine Haltung, da können wir uns wirklich etwas abschauen als Christ*innen. So viele Menschen erleben in diesen Zeiten das Kreuz, sie sind physisch oder psychisch krank, einsam, flüchten, haben Geldsorgen, fürchten Klimakatastrophe und Krieg. Keine Ideologie bringt ihnen die Erlösung, auch keine unter christlichen Vorzeichen. Maria Magdalena zeigt uns vor, was zu tun ist: trotzdem glaubend hoffen, aus Liebe hingehen, die Gräber wahrnehmen und sich auf die Situation einlassen, sich irritieren lassen, laufen, mal schweigen, mal die Realität deuten und das Wunder des Lebens aus Gott freudig weitererzählen.
Das ist auch der Hintergrund für unseren Dienst, Tag für Tag im Bildungshaus St. Hippolyt. Auf eine Begegnung mit Ihnen freuen wir uns.
 
Ich wünsche Ihnen schöne Sommertage und einen Blick für die Zeichen der Hoffnung!
 
Mag.(FH) Mag. Erich Wagner Walser
Bildungshaus St. Hippolyt, Direktor

 

Quelle: Vorwort hiphaus Newsletter vom 25. Juli 2022
 

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